Chen, T. H. & K. Y. Lue (2010): Population status and distribution of freshwater turtles in Taiwan. – Oryx 44(2): 261-266.

Populationsstatus und Verteilung von Wasserschildkröten in Taiwan.

DOI: 10.1017/S0030605310000013

Chinesische Streifenschildkröte, Mauremys sinensis – © Hans-Jürgen Bidmon
Chinesische Streifenschildkröte,
Mauremys sinensis,
© Hans-Jürgen Bidmon

Aufgrund des zunehmenden Bedarfs der chinesischen Märkte und des Habitatverlusts sind mehr als die Hälfte der asiatischen Wasser- und Landschildkröten bedroht und als gefährdet oder stark gefährdet auf der Roten Liste der IUCN eingestuft. Um die Verbreitung und den Status der natürlicherweise auf Taiwan vorkommenden Wasserschildkröten zu erfassen, wurde ein Fallenfangprogramm während der Jahre 2001 bis 2007 durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 1.828 Individuen von vier einheimischen Arten an 103 Lokalitäten erfasst. Mauremys sinensis war die häufigste und am weitesten verbreite Spezies, die an 70 Lokalitäten vorhanden war und etwa 78,6 % der gefangenen Individuen ausmachte. Mauremys mutica machte 17,8 % der Fänge aus und diese Art wurde noch für 46 Lokalitäten nachgewiesen. Pelodiscus sinensis wurden in geringer Anzahl in 19 Lokalitäten gefangen. Mauremys reevesii konnte nicht mehr auf der Hauptinsel Taiwan nachgewiesen werden, allerdings war die Art noch auf der Insel Kinmen nahe dem Festland Chinas vorhanden. Die Fangquoten lagen an allen Örtlichkeiten generell niedrig und die Geschlechterverhältnisse der gefangenen Schildkröten zeigten einen hohen Anteil an Männchen für alle Spezies. Dies legt nahe, dass die Wasserschildkröten unter starken negativen Einflüssen leiden, die insbesondere auf die Habitatzerstörung und die Tierentnahme zurückzuführen sind. Effektive Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich, um die Überlebensfähigkeit der Populationen einheimischer Wasserschildkröten auf Taiwan abzusichern.

Chinesische Dreikielschildkröte, Mauremys reevesii – © Hans-Jürgen Bidmon
Chinesische Dreikielschildkröte,
Mauremys reevesii,
einjähriges Jungtier im Aquaterrarium
© Hans-Jürgen Bidmon

Kommentar von H.-J. Bidmon

Obwohl man auch hier den Taiwanesen zugestehen muss, dass sie sich um das Problem bemühen, so ist es doch schon verwunderlich, warum dieses Umdenken so spät einsetzt. Und es ist auch fast schon selbstverständlich, dass man aus allen diesen asiatischen Gebieten und Staaten immer die gleiche Art von Horrormeldungen bekommt. Ein Umstand, der schon mehrfach kommentiert wurde, siehe Chen et al. (2009).

Literatur

Chen, T.-H., H.-S. Chang & K.-Y. Lue (2009): Unregulated Trade in Turtle Shells for Chinese Traditional Medicine in East and Southeast Asia: The Case of Taiwan. – Chelonian Conservation and Biology 8(1): 11-18 oder Abstract-Archiv.

 

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