Buchanan, S. W., B. Buffum, G. Puggioni & N. E. Karraker (2019): Occupancy of freshwater turtles across a gradient of altered landscapes. – Journal of Wildlife Management 83(2): 435-445.

Die Besiedlung durch Süßwasserschildkröten entlang eines Gradienten von veränderten Landschaften.

DOI: 10.1002/jwmg.21596

 Chrysemys picta – (c) Hans-Juergen Bidmon
Zierschildkröte, Chrysemys picta
© Hans-Juergen-Bidmon

Schildkröten gehören zu den am meisten gefährdeten Wirbeltiergruppen weltweit. In den nordöstlichen Vereinigten Staaten sorgten weitreichende über Jahrzehnte erfolgte dramatische Landschaftseingriffe für Beeinträchtigungen bei den Süßwasserschildkrötenpopulationen. Allerdings eine Beziehung zwischen der derzeitig veränderten Landschaft und der Verbreitung und Dichte der Süßwasserschildkröten wurde kaum untersucht. Wir nutzten einen geschichteten Untersuchungsansatz nach dem Zufallsprinzip um 88 kleine, isolierte Feuchtgebiete auszuwählen die entlang eines Gradienten mit Waldbedeckung lagen und sich über ganz Rhode Island, USA erstreckten. An diesen Lokalitäten erfassten wir systematisch die vorhandenen Süßwasserschildkröten. Wir berichten hier über die Abschätzung ihrer Abundanz (Vorkommenshäufigkeit) und wir nutzen eine kanonische Übereinstimmungsanalyse, um die Beziehungen zwischen relativer Spezieshäufigkeit und den vorhandenen Umweltvariablen zu beschreiben. Zudem untersuchten wir welchen Einfluss die Umweltvariablen auf das Vorkommen und auf die Nachweisbarkeitswahrscheinlichkeit für jede Art haben. Die östliche Zierschildkröte (Chrysemys picta picta) und die Schnappschildkröte (Chelydra serpentina) waren weitverbreitet (kamen jeweils in 83% und 63% der Feuchtgebiete vor) und sie zeigten eine relativ hohe Abundanz. Tropfenschildkröten (Clemmys guttata) waren weit weniger häufig und kamen nur in 8% der Feuchtgebiete vor, wobei sie eine positive Assoziation mit flachen von Wald umgebenen Tümpeln zeigten. Die nicht-einheimische Rotwangenschmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) war in 10% der Gewässer vorhanden und zeigte eine positive Assoziation mit der Straßendichte die wahrscheinlich andeutet, dass es eine positive Beziehung zwischen Schmuckschildkrötenvorkommen und Besiedlungsdichte mit Menschen gibt. Die Identifizierung dieser skalierten Landschaft-Habitatbeziehungen für empfindlich reagierende Arten kann dazu beitragen wie Biologen diese erkennen und zu deren Populationserhaltung beitragen können.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch bei dieser Studie lässt sich nur die Rolle des Menschen in Bezug auf die Verbreitung der Rotwangen-Schmuckschildkröte als eindeutige Assoziation erklären. Für alle anderen Arten bleiben aber die Ursachen für die hier beschriebenen Vorkommenshäufigkeiten unklar. Deshalb wird es auch weiterhin schwierig bleiben lokalspezifisch angepasste Erhaltungsstrategien zielführend zu entwickeln.

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