Braun, D. R., J. W. Harris, N. E. Levin, J. T. McCoy, A. I. Herries, M. K. Bamford, L. C. Bishop, B. G. Richmond & M. Kibunjia (2010): Early hominine diet included diverse terrestrial and aquatic animals 1.95 Ma in East Turkana, Kenya. – PNAS – Proceedings of the National Academy of Science of the U.S.A. 107 (22): 10002-10007.

Die frühe menschliche Nahrung vor 1.95 Millionen Jahren in Ostturkana, Kenia, schloss diverse terrestrische und aquatische Tiere mit ein.

Die Herstellung von Steinwerkzeugen und deren Benutzung zum Zerlegen von Tieren durch die pliozänen Hominiden markiert das Auftreten einer Schlüsselanpassung in der Geschichte der menschlichen Evolution. Hier berichten wir über eine archäologische Ansammlung aus der Koobi Fora Formation im nördlichen Kenya, die eine einmalige Ansammlung von tierischen Rückständen enthält, wobei einige direkte Beweise des Schlachtens aufweisen und zusammen mit Oldowanartifakten vorliegen, die man sehr gut einer Zeit vor 1.95 Millionen Jahren zuordnen kann. Diese Lokalität liefert die ältesten in situ Beweise, dass Menschen, die vor dem Homo erectus lebten, innerhalb eines sehr wasserreichen Habitats Körper von terrestrischen und aquatischen Tieren schlachteten und zerlegten. Ebenso liefert diese Fundstelle den frühesten definitiven Beweis dafür, dass diese Urmenschen Schildkröten, Krokodile und Fische als Nahrung nutzten, die reich an bestimmten Nährstoffen waren, die für das Wachstum des menschlichen Gehirns notwendig waren. Die Beweise legen nahe, dass diese wichtigen Bestandteile für das Hirnwachstum schon ein Bestandteil der menschlichen Nahrung waren, bevor menschliche Vorfahren wie Homo ergaster/erectus auftraten, was nahe legt, dass sie eine wichtige Rolle für die Evolution größerer Gehirne in der Frühgeschichte unserer Linie spielten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Nun, auch hier sehen wir, wie früh schon Schildkröten für die menschliche Ernährung genutzt wurden. Ob es dabei vielleicht auch schon zur Verfrachtung von Schildkröten als Nahrungsreserve etc. gekommen sein könnte bleibt offen. Ich denke, man sollte auch unsere Vorfahren nicht unterschätzen. Denn wer erfolgreich jagen und fischen kann, ja sogar große Krokodile erlegen und schlachten kann, dem mag auch schon mehr zuzutrauen sein, auch dann wenn seine Assoziationskortizes im Großhirn noch nicht zu solch eminent wichtigen Assoziationen wie der Fußball-WM-Vorhersagekapazität von achthirnigen Kraken befähigt waren (siehe Anmerkung zu: Simang et al. 2010).

Literatur

Simang, A., P. L. Cunningham & B. T. Henen (2010): Color Selection by Juvenile Leopard Tortoises (Stigmochelys pardalis) in Namibia. – Journal of Herpetology 44 (2): 327-331 oder Abstract-Archiv.

Seitenanfang