Bower, D. S., M. Hutchinson & A. Georges (2012): Movement and habitat use of Australia’s largest snake-necked turtle: implications for water management. – Journal of Zoology 287: 76–80.

Bewegungsmuster und Habitatnutzung bei der größten Australischen Schlangenhalsschildkröte: Implikationen für das Gewässermanagement.

Hydrologische Regime haben einen wesentlichen Einfluss auf ökologische Abläufe innerhalb der Flussbetten. Jedoch ist wenig darüber bekannt, welchen Einfluss die Managementmaßnahmen auf die im Süßwasser lebenden Taxa in hochgradig regulierten Flussläufen haben. Wir benutzten die Radiotelemetrie für ein Monitoring der Bewegungsmuster und Aktivitätszeiten bei der Riesen-Schlangenhalsschildkröte Chelodina expansa, um den Einfluss der derzeitigen Wassermanagementpraktiken auf die Schildkröten in Australiens meist regulierten Fluss, dem Murray zu untersuchen. Wir untersuchten zum einen die Reichweite der Schildkrötenbewegungen in Abhängigkeit zum Geschlecht, der Größe und in Bezug auf den Habitattyp bei C. expansa und zum anderen die Habitatnutzung innerhalb des Flusskanals sowie den assoziierten Totarmen (Hauptkanal, Totwasser, Sumpfland und Zuflüsse). Innerhalb dieser Habitate wählten die Weibchen eine diskrete Homerange (Habitat), während Männchen bis zu 25 km weit wandernten. Die ausgedehnten Bewegungsmuster der männlichen Schildkröten lassen vermuten, dass Wehre und andere Barrieren im Wasser diese natürlichen Bewegungsmuster und das Ausbreitungsverhalten stören könnten. Die Schildkröten bewegen sich normalerweise zwischen dem Hauptkanal und den Totwasserarmen (Altarmen), was deren Bedeutung hervorhebt, und was zeigt, dass das Abtrennen der Altarme – eine häufig praktizierte Wassersparmaßnahme (Rückhaltemaßnahme) am unteren Murray – zu einer Störung führen könnte.

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