Bilbija, B., M. Auer & P. Široký (2019): Long term persistence of introduced Amblyomma geoemydae tick population under indoor conditions in Austria. – Medical and Veterinary Entomology 33(2).

Eine lange Persistenz einer eingeführten Zeckenpopulation (Amblyomma geoemydae) in einer Innenhaltung in Österreich.

DOI: 10.1111/mve.12361

In einem Innenraumterrarium etablierte sich eine Population der Zecke Amblyomma geoemydae nach der Einfuhr einer einzelnen Gelbrand Scharnierschildkröte, Cuora flavomarginata. Diese Zeckenpopulation erwies sich in dieser Schildkrötenhaltung als unerwartet resistent gegenüber den Versuchen sie zu eliminieren und hielt sich von 2010 bis 2015 bis sie endlich erfolgreich entfernt werden konnte. Die Zecken wurden vom Körper und am Panzer der Schildkröten und aus dem Bodensubstrat der Terrarien abgesammelt. Die Artbestimmung der Zecken wurde anhand morphologisch unterscheidbarer Charakteristika vorgenommen und zusätzlich durch molekulare Analysen nach dem DNS-Barcode abgesichert. Importierte exotische Zecken sind potentielle Vektoren (Überträger) von Krankheitserregern die einen deutlichen Einfluss auf Wildtiere, Haustiere und den Menschen haben können. Dieser Fall verweist auf eine strenge Überwachung und eine genaue Kontrolle bei importierten Reptilien.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Die Arbeit enthält hilfreiche farbige Abbildungen zur Bestimmung und benennt die Maßnahmen und Pharmaka die für die Eliminierungsversuche bis zum endlichen Erfolg eingesetzt wurden. Zudem beschreibt sie sehr ausführlich welche Schildkrötenarten bislang als Wirtsspezies für diese Zeckenart identifiziert wurden und sie schildert wie sich die Zecken im Gesamtbestand über etliche Terrarien hinweg ausbreiteten. Zum Schluss erfolgt noch eine allgemeine Diskussion über die bislang bekannt gewordenen Krankheitserreger die durch Zecken übertragen werden. Insofern eine durchaus informative und warnende Mitteilung.

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