Batistella, A. M. & R. C. Vogt (2008): Nesting ecology of Podocnemis erythrocephala (Testudines, Podocnemididae) of the Rio Negro, Amazonas, Brazil. – Chelonian Conservation and Biology 7 (1): 12-20.

Reproduktionsökologie von Podocnemis erythrocephala (Testudines, Podocnemididae) aus dem Rio Negro, Amazonas, Brasilien

Wir untersuchten die Reproduktionsökologie und die Überlebensrate bei den Gelegen von Podocnemis erythrocephala (Spix 1824) in vier Campinahabitaten am Ayuanafluss, Santa Isabel do Rio Negro, Amazonas, Brasilien. Es gab zwei Nistperioden, die erste lag Anfang Oktober und die zweite Anfang Dezember. Beide Perioden waren durch eine Anzahl von Springfluten getrennt. Insgesamt lokalisierten wir 117 Nester, bei einer Nestdichte von 19.9 Nestern/ha und einer durchschnittlichen Gelegegröße von 8,7 Eiern und einem mittleren Eivolumen von 14 cm3. Weibchen wählten für die Ablage die offensten Plätze, die sie finden konnten, mit einer Pflanzendeckung von bis zu 50 %. Der Verlust der Nester lag bei 100 % für diese Nistperioden: 70 % wurden von den Springfluten weggespült, 12 % wurden Beute von dem Wiesel Eira barbara (Mustelidae), 9 % wurden von der Grünen Ameive, Ameiva ameiva (Teiidae) zerstört, 5 % durch Menschen, 2 % durch die Krokodilschwanzechse, Crocodilurus lacertinus (Teiidae), und 1 % durch den Gelbkinn-Karakara, Daptrius ater (Falconidae).

Kommentar von H.-J. Bidmon

Das hört sich bedrohlich an. Allerdings frage ich mich, ob es bei so langlebigen Spezies nicht auch genügt, wenn nur alle drei oder fünf Jahre ein Gelege erfolgreich durchkommt, um die Bestände zu sichern? Siehe auch Litzgus, J. D., F. Bolton & A. I. Schulte-Hostedde (2008): Reproductive output depends on body condition in Spotted Turtles (Clemmys guttata). – Copeia 2008 (1): 86-92 oder SiF 01/2009).

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