Bao, H. J., M. Y. Li, J. Wang, J. H. Qin, C. S. Xu, N. N. Hei, P. Yang, J. A. Gandahi & Q. S. Chen (2009): Architecture of the Blood-Spleen Barrier in the Soft-Shelled Turtle, Pelodiscus sinensis. – Anatomical Record 292 (8): 1079-1087.

Architektur der Blut-Milz-Schranke bei der Weichschildkröte, Pelodiscus sinensis.

Wir untersuchten die Struktur der Milz bei der Weichschildkröte, Pelodiscus sinensis, und dass es bei dieser Art zu einigen mikroanatomischen Besonderheiten kommt, die sich sowohl lichtmikroskopisch als auch elektronenmikroskopisch nachweisen lassen. Innerhalb der Milz setzte sich die weiße Pulpa aus zwei Kompartimenten zusammen, der periarteriellen Lymphscheide (PALS) und der periellipsoiden Lymphscheide (PELS). Es wurden aber keine Lymphfollikel und Randzonen gefunden. Die Milz-Blut-Schranke liegt in der PELS und dem Ellipsoid. Die hochendothelialen Auskleidungen der penicilliformen Kapillaren enthalten kleine Kanälchen. Diese Kanälchen ermöglichen Substanzen oder Lymphozyten in das Ellipsoid einzuwandern. Der arterielle Teil der penicilliformen Kapillaren eröffnet sich direkt in die Pulpastränge. Die ellipsoid-assoziierten Zellen (EAC) liegen auf der Oberfläche des Ellipsoid. Retikuläre Fasern liegen im Ellipsoid und der äußeren PELS verteilt. Beide Retikulumzellen und Makrophagen liegen in der äußeren Schicht der PELS. S-100-Protein-positive Dendritische-Zellen liegen meist in der äußeren Zelllage der PELS und in der gesamten PALS. Vierzig Minuten nach der Injektion von Kohlepartikeln finden sich die Kohlepartikel im Ellipsoid. Nur wenige Kohlepartikel finden sich in der äußeren PELS, und noch weniger Kohlepartikel erreichen die rote Pulpa. Diese Befunde lassen vermuten, dass es eine Blut-Milz-Schranke bei der Weichschildkröte, P. sinensis, gibt, bestehend aus einem Komplex, zusammengesetzt aus dem Ellipsoid (einschließlich von Stützzellen, EAC, und retikulären Fasern) und dem äußeren Kompartiment der PELS (einschließlich ihrer dendritischen Zellen, retikulären Fasern und Zellen und Makrophagen).

Kommentar von H.-J. Bidmon

Auch hier kann man nur positiv anmerken, dass China neben der Vermarktung auch die Grundlagenforschung im Bereich Schildkröten unterstützt.

 

 

Seitenanfang