Akani, G. C., E. A. Eniang, N. Amadi, D. Dendi, E. M. Hema, T. Diagne, G. H. Segniagbeto, M. Di Vittorio, S. B. Gbewaa, O. S. G. Pauwels, L. Chirio & L. Luiselli (2018): Macrohabitat and microhabitat usage by two softshell turtles (Trionyx triunguis and Cyclanorbis senegalensis) in West and Central Africa. – Herpetological Conservation and Biology 13(3): 642-651.

Makro- und Mikrohabitatgebrauch bei zwei Weichschildkröten (Trionyx triunguis und Cyclanorbis senegalensis) in West- und Zentralafrika.

DOI: None

Bislang gibt es keine Feldstudien zur Charakterisierung der Habitate und der eventuell vorhandenen räumlichen Aufteilung der Ressourcen für die Weichschildkröten (Familie Trionychidae) in West- und Zentralafrika. Hier analysierten wir das Makrohabitat, Mikrohabitat (entlang von vier Variablen) und die derzeitige Populationsstärke der Nilweichschildkröte (Trionyx triunguis) und der Senegalweichschildkröte (Cyclanorbis senegalensis) indem wir Datensammlungen aus 22 Jahren (1995-2017) aus11 Ländern in West- und Zentralafrika zusammenfassen und auswerten. Wir stellten fest, dass die Carapaxlänge von T. triunguis signifikant größer ist als die von C. senegalensis. Qualitative Beobachtungen zur derzeitigen Populationsstärke lassen den Schluss zu, dass die kleinere Spezies relativ häufig noch in den meisten der untersuchten Lokalitäten vorkommt, während die größere Spezies meist nur selten oder gar sehr selten beobachtet werden konnte. Wir fanden beide Arten in den verschiedensten Makrohabitaten und eine klare Trennung zwischen ihnen war nicht aus den Daten erkennbar. Allerdings auf dem Niveau der Mikrohabitate unterschieden sich beide Arten signifikant anhand der vier Variablen in dieser Studie. Zusammenfassend zeigen die Daten die wir hier vorstellen, dass diese übereinstimmen mit einem allgemein zutreffenden Muster der Ressourcenaufteilung das kürzlich für alle Süßwasserschildkröten weltweit festgestellt wurde indem sympatrisch vorkommende Spezies dazu tendieren sich die Mikrohabitate aufzuteilen während sie die Makrohabitate gemeinsam nutzen. Da T. triunguis in den meisten untersuchten Lokalitäten nur noch selten vorkam sind weitere Studien angesagt um zu prüfen ob der derzeitige Schutzstatus von bedroht in die Kategorie hochgradig gefährdet in der Roten Liste angepasst werden sollte.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Die vier Variablen berücksichtigen 1. Die Flussgrößenkategorie z. B. Breite des untersuchten Abschnitts und die vorhandene Vegetation; 2. Flussbetttyp z. B. steinig, Sand oder Schlamm; 3. Uferbereich z.B. unbewachsen, krautiger Bewuchs, starker Bewuchs einschließlich Gebüsch meist mit Galleriewald; 4. Wasservegetaion z. B. nicht vorhanden, schwach 50-89% vegetationslos, vegetationsreich mit mehr als 50% Bewuchs mit Wasser- und Schwimmpflanzen. Zudem enthält die Arbeit einge schöne Farbfotos zur Dokumentation.

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